Bilanz

2.1. Vorräte (Kto. 15)

Grundsätzliches

Vorräte sind Gegenstände des Umlaufvermögens, die zum Verbrauch oder zum Verkauf bestimmt sind. Dazu gehören die Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, die in den Prozess der Leistungserstellung eingehen. Zudem umfasst der Posten unfertige und fertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen, Waren, geleistete Anzahlungen sowie sonstige Vorräte.

Rohstoffe gehen als Hauptbestandteil in von der Gemeinde erstellte Vermögensgegenstände des Anlage- oder Umlaufvermögens ein. Hilfsstoffe gehen als Nebenbestandteile in von der Gemeinde erstellte Vermögensgegenstände ein. Da Gemeinden i.d.R. keine produzierenden Unternehmen sind, ist der Bestand an Roh- und Hilfsstoffen i.d.R. gering.

Betriebsstoffe dienen dem Betrieb der „Produktionsanlagen“. Betriebsstoffe sind i.d.R. auch den übrigen Verwaltungsbereichen dienlich (u.a. Büromaterial wie z.B. Kopierpapier aber auch Heizöl, Benzin, Diesel, Streusalz).

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sind grundsätzlich mit den Anschaffungskosten oder ggfs. auch mit den Herstellungskosten zu bewerten.

Die GemHVO-Doppik sieht Bewertungsvereinfachungsverfahren vor (Festwert- (§ 37 Abs. 2), Gruppen-/Durchschnittswert- (§ 37 Abs. 3), Verbrauchsfolgeverfahren (FIFO- oder LIFO-Methode) (§ 42))

Als unfertige Erzeugnisse und unfertige Leistungen sind Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens auszuweisen, für deren Herstellung bis zum Bilanzstichtag Herstellungskosten (Personalaufwand, Materialaufwand für eingesetzte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) in der Gemeinde angefallen sind, wenn die Herstellung noch nicht abgeschlossen ist.

Die Bewertung erfolgt nach Herstellungskosten; die Anwendung von Bewertungsvereinfachungsverfahren ist möglich.

Fertige Erzeugnisse sind Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens für deren Fertigung Herstellungskosten angefallen sind, wenn die Herstellung am Bilanzstichtag abgeschlossen ist.

Waren sind angeschaffte Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, die ohne oder nur nach geringen Veränderungen durch die Gemeinde weiterveräußert werden.

Fertige Erzeugnisse werden mit den Herstellungskosten bewertet. Waren werden zu den Anschaffungskosten bewertet. Die Anwendung von Bewertungsvereinfachungsverfahren ist möglich.

Vorräte können in „bedeutsame“ und „weniger bedeutsame“ Bestände unterschieden werden. So sind Bestände, die einen bedeutsamen Wert haben (z.B. Streusalzbestände, Materiallagerbestände des Bauhofes, Heizölbestände) in das Umlaufvermögen aufzunehmen.

Kleinere Mengen von Vorräten, die einen weniger bedeutsamen (Bestands-)Wert haben (Putzmittel, allgemeines Büromaterial), wie sie sich z. B. in den Einzelbüros befinden, sowie kleinere Lagerbestände müssen nicht als Vorräte ausgewiesen werden, sondern können sofort als „verbraucht“ gelten. Hier empfiehlt es sich eine interne Wertgrenze zu setzen, bei der allerdings der Aspekt der Geringwertigkeit zu beachten ist.

Unterkonten

Eröffnungsbilanz

Die Vorräte sind mit den Anschaffungs- bzw. den Herstellungskosten zu bilanzieren. Die GemHVO-Doppik sieht Bewertungsvereinfachungsverfahren vor (Festwert- (§ 37 Abs. 2), Gruppen-/Durchschnittswert- (§ 37 Abs. 3), Verbrauchsfolgeverfahren (FIFO- oder LIFO-Methode) (§ 42))

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