Bilanz

2.3. Wertpapiere des Umlaufvermögens (Kto. 14)

Grundsätzliches

Hinsichtlich der Definition wird auf die inhaltsgleichen Ausführungen zur Bilanzposition 1.3.5 – „Wertpapiere des Anlagevermögens“ verwiesen.

Wichtig ist die Unterscheidung / Abgrenzung zwischen Wertpapieren des Anlagevermögens und des Umlaufvermögens.

Wertpapiere sind dem Umlaufvermögen zuzuordnen, wenn sie

  1. nicht oder nicht mehr dazu bestimmt sind, der dauerhaften Aufgabenerfüllung der Kommune zu dienen oder
  2. nicht länger als ein Jahr gehalten werden bzw. von Erwerb an nicht länger als ein Jahr bei der Kommune verbleiben sollen (vgl. Erläuterungen zu § 48 GemHVO-Doppik).

Bei einem geplanten Verbleib von mehr als einem Jahr und weniger als vier Jahren ist zu ermitteln, ob die Wertpapiere dazu bestimmt sind, dem Verwaltungsbetrieb dauernd zu dienen. Sofern dies nicht der Fall ist, erfolgt eine Zuordnung zum Umlaufvermögen.

Wertpapiere mit einem Mindestverbleib von vier Jahren sind immer dem Anlagevermögen zuzuordnen.

Für Wertpapiere des Umlaufvermögens findet das strenge Niederstwertprinzip analog § 253 Abs. 3 HGB Anwendung. Dies ergibt sich aus den Bestimmungen des § 44 Abs. 1 GemHVO-Doppik, wonach bei der Aufstellung des Jahresabschlusses u.a. die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung zu beachten sind, sowie aus § 43 Abs. 8 GemHVO-Doppik.

Zur Bewertung sind die Anschaffungskosten sowie der jeweilige Börsen- bzw. Marktpreis zum Abschlussstichtag zu Grunde zu legen. Die Bilanzierung erfolgt stets mit dem niedrigeren Wert.

Sofern im Vergleich zum bisherigen Bilanzwert eine Wertminderung eingetreten ist, besteht somit eine Abschreibungspflicht auf den niedrigeren Wert. Sollte zwischenzeitlich eine Werterhöhung eingetreten sein, kann gemäß § 43 Abs. 9 GemHVO-Doppik eine Zuschreibung bis zum aktuellen Wert, maximal jedoch bis zur Höhe der Anschaffungskosten, vorgenommen werden.

Eröffnungsbilanz

Die Bewertung in der Eröffnungsbilanz erfolgt nach dem strengen Niederstwertprinzip. Hierzu sind die Anschaffungskosten der Wertpapiere sowie der aktuelle Börsen- bzw. Marktpreise zum Bilanzstichtag zu ermitteln. Der jeweils niedrigere Wert ist als Wertansatz zu wählen (strenges Niederstwertprinzip).

Rechtliches-Informationen

GemHVO-Doppik § 43, § 44, § 48 (juris)

Erläuterungen zur GemHVO-Doppik (zu § 48)

VV-Kontenrahmen (juris)