Bilanz

1.89 Rechnungsabgrenzung Schulkostenbeiträge

Im laufenden Haushaltsjahr 2013 haben wir festgestellt, dass die Schulkostenbeiträge möglicherweise seit der Einführung der Doppik zum 01.01.2010 falsch gebucht wurden.

Bisher haben wir die Auffassung vertreten, dass die Schulkostenbeiträge für ein Schuljahr (01.08.-31.07.) abgerechnet werden. Die Beträge wurden entsprechend gebucht und ein Anteil für 7 Monate in jedes Folgejahr abgegrenzt. Allerdings werden die Schulkostenbeiträge gemäß Schulgesetz-SH jeweils für ein Haushaltsjahr (01.01.-31.12.) angesetzt. Demnach wären unsere RAP-Buchungen seit der Eröffnungsbilanz 2010 nicht korrekt.

Die Eröffnungsbilanz 2010 sowie alle Jahresabschlüsse bis 2012 sind bereits durch die Gemeindevertretung beschlossen worden. Wie könnte eine Korrektur der Beträge aussehen? Müssen die Buchungen aus den Vorjahren ergebniswirksam oder ergebnisneutral korrigiert werden?

 

 RAP
 Stand 01.01. 

 Auflösung
 (RAP aus Vorjahr) 

 Zuführung
 (RAP für Folgejahr) 

 RAP
 Stand 31.12. 

 kameral 
 2009

 

 

 

489.685,57

 2010

489.685,57

-489.685,57

577.304,85

577.304,85

 2011

577.304,85

-577.304,85

676.927,66

676.927,66

 2012

676.927,66

-676.927,66

630.606,90

630.606,90

 2013

630.606,90

-630.606,90

 

 

 

Der Betrag der RAP i.H.v. 489.685,57 € zum 1.1.2010 ist zu Unrecht angesetzt, mithin in jedem Fall nach § 56 Abs. 1 GemHVO-Doppik ergebnisneutral zu korrigieren. Zur grundsätzlichen Vorgehensweise bei einer notwendigen Berechtigung der Eröffnungsbilanz wird auf FAQ 1.38 verwiesen.

Darüber hinaus ergeben sich aus der notwendigen Korrektur der Eröffnungsbilanz aus heutiger Sicht fehlerhafte Jahresergebnisse in Höhe der Differenz aus Zuführung und Auflösung.

Die tatsächlichen Jahresergebnisse für 2010 bis 2012 veränderten sich somit um die Differenz des Standes der RAP zum 31.12. des jeweiligen Jahres mit dem Stand des Vorjahres.

Der Ansatz zum Stand 31.12.2012 ist mithin um 131.921,33 € zu hoch ausgewiesen. Anders als im IFRS (IAS 8.19) ist im HGB, auf dem die GemHVO-Doppik basiert, keine retrospektive Korrektur von Jahresabschlüssen vorgesehen. Die bereits genehmigten Jahresabschlüsse dürfen somit nicht mehr verändert werden.

Um zum 31.12.2013 ein Bild der tatsächlichen Vermögens-Finanz- und Ertragslage zu zeichnen, muss der noch bestehende RAP (nach Korrektur der Eröffnungsbilanz) in Höhe von 131.921,33 € ergebniswirksam aufgelöst werden. Es empfiehlt sich aus Transparenzgründen, diesen Vorgang und die „fiktiven Jahresergebnisse“, die sich bei richtiger Vorgehensweise ergeben hätten, im Anhang / Lagebericht darzustellen und den genehmigten Ergebnissen gegenüberzustellen. So ist dem Adressaten ersichtlich, dass im Jahresabschluss 2013 ein Sondereffekt vorliegt und die bisherigen Jahresergebnisse tatsächlich etwas besser bzw. schlechter waren.

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Erstellt am 11.11.2013