Ergebnisrechnung

1.7.3. Erträge aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen (Kto. 454)

Grundsätzliches

Erträge aus der Veräußerung von Vermögensgegenständen ergeben sich, wenn die Gemeinde Gegenstände aus ihrem Sachanlagevermögen oder immaterielle Vermögensgegenstände (Kontengruppen 01 bis 08) veräußert und der Verkaufserlös den Restbuchwert zum Zeitpunkt des Verkaufes übersteigt. Im Jahr der Veräußerung sind die auf die Monate zwischen Jahresbeginn und Verkaufszeitpunkt entfallenden Abschreibungen zu berücksichtigen (§ 43 Abs. 2 S. 2 GemHVO-Doppik).

In diesen Fällen stellt der übersteigende Betrag einen Ertrag (Gewinn) dar. In Höhe des Restbuchwertes liegt dagegen ein Aktiv-Tausch vor, der nicht ergebniswirksam wird. Der Gesamtbetrag bzw. -kaufpreis wird über das korrespondierende Einzahlungskonto (Kontenart 682/683) abgebildet.

Der Erlass zur Kreditwirtschaft der Gemeinden (Krediterlass) führt hierzu aus:

"Bei Gemeinden, die ihre Haushaltswirtschaft nach den Grundsätzen der doppelten Buchführung führen, wird der Teil des Erlöses aus der Veränderung des Anlagevermögens, der den Buchrestwert übersteigt, als Ertrag im Ergebnisplan berücksichtigt"

Hinweis

Für die kommunalen Betriebe gewerblicher Art ergeben sich aus umsatzsteuerrechtlichen Gründen abweichende Darstellungsvorgaben im Rahmen der Steuererklärung. Hier erfolgt der Ausweis nach der Bruttomethode (Entgeltdefinition nach § 10 Abs. 1 UStG); demnach ist der Nettoverkaufspreis als Erlös aus Anlagenverkäufen und der Restbuchwert als Aufwand aus Anlagenabgängen auszuweisen. Entsprechende Aufzeichnungspflichten ergeben sich aus § 22 Abs. 2 Nr. 1 UStG.

Unterkonten

4541 Erträge aus der Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden
4542 Erträge aus der Veräußerung von beweglichen Sachen des Anlagevermögens oberhalb der Wertgrenze i. H. v. 1.000 €

4543

Erträge aus der Veräußerung von beweglichen Sachen des Anlagevermögens oberhalb der Wertgrenze i. H. v. 150 € bis einschl. der Wertgrenze i. H. v. 1.000 €
4544 Erträge aus der Veräußerung von beweglichen Sachen des Anlagevermögens oberhalb der Wertgrenze i. H. v. 150 € und unterhalb der Wertgrenze i. H. v. 410 € (Verwendung bei Anwendung des § 43 Abs. 10 GemHVO-Doppik / Anwendung steuerliche Wertgrenze)

 

 

 

 

 

 

Buchungssätze

Aufgrund der Verknüpfung mit der Anlagenbuchhaltung sind die Buchungen regelmäßig systemseitig vorgegeben. Die u. a. Buchungssätze geben die im Ergebnis auszuweisenden Beträge wieder.

Beispiel: Grundstück (Grünfläche) mit einem Buchwert von 10.000 € wird für 20.000 € veräußert

1791 Sonstige privatrechtliche Forderungen 20.000 €
an  
021x Grünflächen 10.000 €
4541 Erträge aus der Veräußerung von Grundstücken und Gebäuden 10.000 €

 

 

           

Rechtliches-Informationen

VV-Kontenrahmen (juris)
Krediterlass (Ziffer 2.2 Letzter Absatz)