Ergebnisrechnung

2.4. Bilanzielle Abschreibungen (Kto. 57)

Grundsätzliches

Abschreibungen sollen im doppischen Rechnungswesen den Werteverzehr bzw. -verlust des Anlagevermögens durch die betriebliche Nutzung darstellen. Sie werden als Aufwand in der Ergebnisrechnung dargestellt.

1. Planmäßige Abschreibungen
Planmäßige Abschreibungen werden auf Vermögensgegenstände des Anlagevermögens vorgenommen, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist und somit durch ihren Gebrauch an Wert verlieren. Gem. § 43 GemHVO-Doppik ist die Abschreibung über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer linear, d. h. in gleichen Jahresraten, vorzunehmen. Unterjährig angeschaffte bzw. veräußerte Vermögensgegenstände können gem. Absatz 2 anteilig abgeschrieben werden. Eine Leistungsabschreibung ist auch möglich, sofern sie den Nutzungsverlauf besser widerspiegelt. Abschreibungsbeginn ist stets der Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern für die einzelnen Vermögensgegenstände werden in der Verwaltungsvorschriften über Abschreibungen von abnutzbaren Vermögens-gegenständen des Anlagevermögens der Gemeinden geregelt. Abweichend davon können gem. § 43 Absatz 10 bei körperschaftspflichtigen Einrichtungen entsprechende steuerrechtliche Vorschriften angewandt werden. Ggf. sind die Abschreibungsdauern gem. § 43 Absatz 5 GemHVO Doppik anzupassen, wenn sich eine Veränderung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer ergibt. Für selbständig nutzbare Vermögensgegenstände mit einem Anschaffungswert von mehr als 150 EUR aber weniger als 1.000 EUR ohne Umsatzsteuer, die einer Abnutzung unterliegen, gilt die Regelung gem. § 6 Absatz 2a EStG. D. h. sie werden in einen Sammelposten eingestellt und pauschal über fünf Jahre abgeschrieben, ungeachtet der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (vgl. § 43 Absatz 3 GemHVO Doppik).
Gem. § 40 Absatz 7 sind geleistete Zuschüsse und Zuweisungen für Vermögensgegenstände, an denen die Kommune das wirtschaftliche Eigentum hat, zu aktivieren. Sie sind über ihre Zweckbindungsfrist über das Konto 574x aufzulösen.

2. Außerplanmäßige Abschreibungen
Neben den planmäßigen Abschreibungen, die den Werteverzehr durch Verschleiß abbilden, werden auch außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen, wenn es aufgrund von besonderen Umständen wie Schäden, Preisverfall o. ä. zu Wertverlusten kommt. Sie sind stets im Anhang anzugeben.
Gem. § 43 Absatz 6 sind bei Vermögensgegenständen des Anlagevermögens bei dauerhaften Wertminderungen Abschreibungen vorzunehmen. Bei Finanzanlagen besteht bei nicht dauerhaften Wertminderungen ein Wahlrecht. Im Umlaufvermögen gilt das strenge Niederstwertprinzip, d. h. es sind stets Abschreibungen vorzunehmen.
Gem. Absatz 9 besteht ein Wahlrecht zur Wertaufholung bis zur Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten sofern der Grund der Wertminderung entfallen ist.
Weiterhin können gem. § 43 Absatz 7 bei einer dauernden Wertminderung von Grund und Boden durch die Anschaffung von Infrastrukturvermögen außerplanmäßige Abschreibungen bis zur Inbetriebnahme linear auf den Zeitraum verteilt werden, in dem der Vermögensgegenstand angeschafft wird.

Abschreibungen sind stets finanzunwirksam, daher sind sie auch gem. § 22 GemHVO-Doppik nicht mit den zahlungswirksamen Aufwendungen deckungsfähig.

Außerplanmäßige Abschreibungen bei Sammelposten:
Unterliegt ein Vermögensgegenstand den Regelungen zum Sammelposten gem. § 43 Abs. 3 GemHVO-Doppik, so sind die Vorschriften des § 6 Abs. 2a EStG zu beachten (s. a. Schreiben vom BFM vom 30.9.2010) bei außerplanmäßigen Abgängen durch Verkauf, Verlust oder Schwund. D. h. der Sammelpostenposten ist nicht um den Wert des Vermögensgegenstandes zu reduzieren.

Unterkonten

Buchungssätze

Planmäßige Abschreibung von Sachanlagevermögen
571x Bilanzielle Abschreibungen
an
0xxx Sachanlagevermögen

Forderungsverlust
573x Abschreibungen auf das Umlaufvermögen
an
16xx/17xx Forderungen

FAQ

Rechtliches-Informationen

§ 43 GemHVO-Doppik (juris)
Erläuterungen zur GemHVO-Doppik
VV-Abschreibungen (juris)
EStG § 6 Absatz 2a