Ergebnisrechnung

2.29 Abschreibungsbeginn bei nachträglichen AHK

Beginn der Abschreibung bei nachträglichen Herstellungskosten.

Wir erstellen gerade die doppischen Jahresabschlüsse. Bei der Aktivierung der nachträglichen Herstellungskosten stellt sich die Frage, wann ist der Beginn der neuen Abschreibung?

Wir haben bisher gemäß R 7.4 Absatz 9 Satz 3 EStR den Aktivierungszeitpunkt der nachträglichen Anschaffung- und Herstellungskosten im Jahr der Entstehung pauschal den 1. Januar festgelegt. Der Abschreibungsbetrag wurde dann entsprechend für das volle Jahr ermittelt, unabhängig davon, wann innerhalb des Jahres die nachträglichen Anschaffung- und Herstellungskosten tatsächlich angefallen sind.

Das Gemeindehaushaltsrecht sieht grundsätzlich die monatsgenaue Abschreibung vor (§ 43 Abs. 2 GemHVO-Doppik); Ausnahme Sammelposten (§ 43 Abs. 3 GemHVO-Doppik). Die GemHVO-Doppik hat hierbei auch nicht, was den Abschreibungsbeginn bei Zugang von Vermögensgegenständen oder das Abschreibungsende bei Abgang von Vermögensgegenständen anbelangt, auf steuerrechtliche Vorschriften verwiesen, sondern diese selbst geregelt. Daher sind steuerrechtliche Vereinfachungsvorschriften (hier: Steuerrichtlinien = Verwaltungsvorschriften der Finanzverwaltung) nicht sogleich anwendbar bzw. übertragbar (Ausnahme: Betriebe gewerblicher Art).

 

Zudem muss beurteilt werden, ob solche Vereinfachungsregeln anderer Rechtsgebiete überhaupt kompatibel erscheinen mit den Zielsetzungen des kommunalen Haushaltsrechts. Nach den allgemeinen Planungsgrundsätzen der GemHVO-Doppik sind im Haushalt zur Darstellung des Ressourcenaufkommens und des Ressourcenverbrauchs Erträge und Aufwendungen in ihrer voraussichtlichen Höhe in dem Haushaltsjahr zu veranschlagen, dem sie wirtschaftlich zuzurechnen sind (§ 10 Abs. 1 und 2 GemHVO-Doppik). Dieser Intention folgend ist § 43 Abs. 2 GemHVO-Doppik bei der Haushaltsausführung konsequent. Wenn bspw. die Erweiterung eines Gebäudes im Dezember betriebsbereit hergestellt wird, so entspricht lediglich die Belastung mit dem Abschreibungsaufwand (für die Erweiterung) für den Monat Dezember dem tatsächlichen Ressourcenverbrauch in diesem Haushaltsjahr. Die steuerrechtliche Vereinfachung würde hingegen eine Belastung von 12 Monatsbeträgen bedeuten.

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Erstellt am 04.09.2015