Finanzrechnung

Buchungsweisen in der Finanzrechnung

Grundsätzliches

Die Finanzrechnung stellt im Prinzip eine Untergliederung der liquiden Mittel dar in die verschiedenen Einzahlungs- und Auszahlungsarten gem. Kontenrahmen. Da es sich bei den liquiden Mitteln um ein aktives Bestandskonto handelt, ergibt sich daraus folgende Buchungsweise für die Finanzrechnung:

Zugänge (Einzahlungen) im SOLL
Abgänge (Auszahlungen) im HABEN

Demzufolge erfolgt eine Buchung in der Finanzrechnung zeitgleich mit der Veränderung der liquiden Mittel in der Bilanz.

Praxisbeispiel:
Kauf von Büromaterial und Zahlung per Überweisung:
1. Anordnung in der Geschäftsbuchhaltung:
5431x Bürobedarf
an
3511x Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung     100 GE

2. Zahlbarmachung in der Kasse über Girokonto:
3511x Verbindlichkeiten aus LuL                100 GE
an 181x Sichteinlagen bei Banken und KI             100 GE
an 7431 Auszahlungen für Bürobedarf             100 GE

Gleichzeitig mit der Bestandsreduzierung auf dem Bankkonto 181x erfolgt eine Buchung in der Finanzrechnung auf dem Konto 7431x. D. h. es handelt sich hierbei nicht um einen zusammengesetzten Buchungssatz, sondern es wird zeitgleich doppelt auf zwei Konten im HABEN gebucht, nämlich einmal in der Finanzrechnung und einmal in der Bilanz, während dabei nur eine Buchung im SOLL, nämlich in der Bilanz auf dem Verbindlichkeitskonto stattfindet.
Aus Vereinfachungsgründen wird in den nachfolgenden Beispielbuchungssätzen zu den einzelnen Finanzrechnungspositionen stets die vereinfachte Variante dargestellt:

Für Auszahlungen:
Verbindlichkeitskonto
an
Auszahlungskonto

Für Einzahlungen:
Einzahlungskonto
an
Forderungskonto

Dabei wird eine entsprechende Veränderung auf den Bilanzkonten der liquiden Mittel entsprechend unterstellt.

Die o. g. Buchungsweise wird in den eingesetzten Softwareprodukten für Rechnungswesen z. T. abweichend und unterschiedlich umgesetzt:

Summen- oder Gegenkonto für die Finanzrechnung:
Teilweise wird mit Hilfskonten in der Finanzrechnung wie bspw. einem Summen-/Gegenkonto gearbeitet, gegen das die Finanzrechnungsein- oder auszahlung gebucht wird, während die Forderung/Verbindlichkeit schulbuchmäßig gegen die liquiden Mittel gebucht wird.

Finanzrechnung im doppischen Verbund mit/ohne Bankkonten
Auch anzutreffen ist eine Variante, bei der die Finanzrechnungsbuchung in den doppischen Verbund mit aufgenommen wird. D. h. es wird lediglich nach der o. g. vereinfachten Variante gebucht, was bedeutet, dass die Finanzrechnungsbuchung in den Buchungsvorgang der Ergebnis-/Bilanzbuchungsvorgänge integriert wird (sog. Doppischer Verbund).
Dabei gibt es dann noch die beiden Untervarianten, dass zusätzlich die Bankkonten mitgebucht werden oder dass überhaupt keine Bankbestandskonten bebucht werden. Bei letzterer Variante ergibt sich der Bestand bzw. Saldo der liquiden Mittel dann aus der Summe aller Buchungen in der Finanzrechnung zzgl. des Bestandsvortrages an liquiden Mitteln. Dabei muss jedoch sichergestellt sein, dass der Bestand an liquiden Mitteln auf den einzelnen (Bankgiro-)Konten und Handkassen voneinander getrennt nachgewiesen werden kann.

Wie letztendlich im Detail gebucht wird, spielt im Einzelnen keine Rolle. Lediglich das Ergebnis, sprich die Darstellungsweise muss korrekt erfolgen:

  1. Es müssen die Finanzrechnungskonten im Kontenkreis 6 und 7 dargestellt werden und eine Finanzrechnung gem. § 3 GemHVO-Doppik muss vorhanden sein.
  2. Es müssen in der Bilanz die entsprechenden Positionen der liquiden Mittel (Pos. Nr. 2.4) gem. § 48 GemHVO-Doppik dargestellt werden.
  3. Es muss ein Einzelnachweis der einzelnen Bankgirokonten und Handkassen erfolgen zwecks Abstimmung/Kontrolle der Bestände.